Esst ihr auch alle fleißig Algen?

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links: Nori, rechts unten: Kombu

Das Essen von Algen hat in Japan, ebenso wie in anderen asiatischen Ländern eine lange Tradition. Aber auch bei uns werden Nori und Co immer bekannter, was besonders auch durch das experimentieren mit Küchen ferner Länder zu tun hat. Algen enthalten viele Mineralstoffe und Vitamine, sind also in einer ausgewogenen Ernährung ein sinnvoller Bestandteil. Jedoch sollten jodempfindliche Menschen sie nur in sehr geringen Mengen zu sich nehmen. Denn davon enthält das gesunde Meeresgemüse nämlich eine ganze Menge.

Die 3 für mich wichtigsten Arten stelle ich euch mal kurz vor.

のり / NORI

Nori sind die quadratischen, papierähnlichen Algen, welche man vom Sushi kennt. Dabei handelt es sich um getrocknete und geröstete Rotalgen. Nori kann jedoch auch kleingeschnitten oder zerbröselt für Gewürzmischungen, zum Würzen von Reis, Suppen oder auch Salaten verwendet werden. Außerdem gibt es gewürzte, dickere Nori als Knabbersnack oft im Asiamarkt bei uns. Das schmeckt echt klasse!

昆布 / Kombu

Ganz im Norden Japans, an der Küste von Hokkaidō, befindet sich das wichtigste Anbaugebiet für Kombu. Dieser Seetang gelangt hauptsächlich getrocknet in den Verkauf. Besonders für Dashi, eine sehr wichtige japanische Suppengrundlage, gilt Kombu als eine der Hauptkomponenten. Außerdem wird aus Kombu der Kombucha (jap. cha – Tee) hergestellt. Dieser ist salzig und hat mit dem Produkt, welches hier bei uns als Kombucha verkauft wird nichts gemeinsam. Kombu hat einen selbst für Algen überdurchschnittlich hohen Jodgehalt.

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Wakame mit Sesam

若布 / Wakame

Wakame wird nach der Ernte getrocknet und in kleinen Streifen verkauft. Häufig ist Wakame Bestandteil von Suppen, wie der Miso-Suppe oder wird nach einweichen des getrockneten Produktes mit Sesam gebraten und gewürzt. Wakame ist außerdem bekannt als Diät-Alge, da sie durch eine verstärkte Fettverbrennung bei einer Gewichtsreduzierung helfen kann.

Ich werde mir jedenfalls morgen gleich neue Wakame kaufen, da mein Bestand gerade leer gegangen ist und dann Goma-Wakame machen. Das Rezept dafür gibt es dann morgen! (ノ^∇^)

Was soll denn das Geknippse?!?

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Man kennt das ja: Bei japanischen Touristen sieht man immer als Erstes, genau, die Kameras. Es scheint, als würden sie willkürlich jeglichen Blickwinkel abfotografieren und dann gleich zum nächsten sehenswerten Ziel huschen. Oder auch einfach das Gemüse im Supermarkt fotografieren! (solche Touristen hatte ich tatsächlich schon im Laden wo ich arbeite ╹ꇴ◠)

Aber warum ist das eigentlich so?

Grundsätzlich ist das ja nun wirklich nicht schlimm, es wirkt nur manchmal etwas hektisch. Aber tatsächlich geht es den Hobby-Fotografen eigentlich nur darum, möglichst viele gute Bilder zu machen, um Zuhause angekommen den Freunden und der Familie einen bestmöglichen Eindruck von dem Erlebten zu geben. In Japan sind Urlaubstage nämlich rar. Und bei den wenigen vorhandenen freien Tagen wird dann auch noch selbstständig eingespart, um die Kollegen nicht zusätzlich mit seiner Abwesenheit zu belasten. Man kann also sagen, dass ganz genau darauf geachtet wird, allen Personen im Umfeld nicht mit dem eigenen Urlaub zur Last zu fallen. Denn Gemeinschaft wird bei Japanern groß geschrieben.

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Und das ist auch schon lange Zeit so! Bereits zu frühen Zeiten der Samurai hebte sich die japanische Oberschicht mit ihren guten Manieren und ihrem ordentlichen Umgangston von der Unterschicht ab. Schon Japans allererste Verfassung, aus dem Jahre 604 nach Christus, schrieb eine gepflegte Kleidung und Sprache, Höflichkeit und ein anständiges Verhalten vor, um die Harmonie und den Einklang im Land zu bewahren.

Dieser Gemeinschaftssinn ist also schon wirklich lange Zeit mit dem Gedächtnis der Japaner verknüpft. Also sollte man nicht einfach die Augen verdrehen wenn wieder viele, viele Bilder geknippst werden, sondern die etwas andere Kultur dahinter erkennen, die wir von den Japanern alle so lieben. (*⌒▽⌒)ノ